Vorträge
 

Robert A. Duke: Förderung der Kreativität im menschlichen Ausdruck
University of Texas, Austin, USA

Musik ist eine fundamentale Form menschlicher Kommunikation. Obwohl viele von uns Musik privat und zum eigenen Vergnügen zuhause machen, verbinden die meisten musikalische Erfahrungen die Erlebnisse der Spieler mit denen der Zuhörer. Intelligente Künstler beziehen die Wahrnehmung ihrer Zuhörer bei der Entwicklung ihrer Interpretationen mit ein. Ein Nachdenken über die Wirkung von Musik hilft Musikern auf allen Erfahrungs- und Kompetenzniveaus ihre Ausdrucksziele zu identifizieren und zu erreichen.

Bob Duke hat die Marlene and Morton Meyerson Centennial Professur inne und ist Leiter des Departments Musik und Lernen an der University of Texas in Austin, an der er Universitätsprofessor und lehrender Ehrenprofessor im Universitätsverbund Texas System ist. Darüber hinaus fungiert er als Direktor des Zentrums für das Lernen von Musik und als klinischer Professor an der Dell Medical School. In den letzten sechs Jahren leitete er den Studiengang Lernpsychologie am Colburn Conservatory of Music in Los Angeles.

 

 

Eckart Altenmüller: Kreatives Üben als Einsatz für das Wohlbefinden von Musikern
University of Music, Drama, and Media Hanover, Germany

Alle Musiker müssen ihr ganzes Berufsleben lang üben. Das kann sich als extrem fordernd und anstrengend erweisen und schließlich zu Frustration und Burn-Out führen. Kreativität beim Üben kann diesen Gefahren für die Gesundheit von Musikern vorbeugen. Es werden Wege beschrieben, mit denen man das „langweilige“ Üben bereichern kann. Außerdem wird ein „ganzheitliches“ Modell vorgestellt, das den Nutzen kreativen Übens und anregender Konzepte für Weiterentwicklung und Wachstum erklärt.

Professor Eckart Altenmüller ist seit 1994 Direktor des Instituts für Musikphysiologie und Musiker-Medizin der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Während der Assistenzzeit in der Abteilung für klinische Neurophysiologie in Freiburg entstanden die ersten Arbeiten zur Hirnaktivierung beim Musikhören. Seit der Berufung nach Hannover ist die Erforschung der Wirkungen von Musik ein zentrales Thema. Im Jahr 2005 wurde er zum Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften ernannt. Im Jahr 2013 erhielt er den Wissenschaftspreis des Landes Niedersachsen. Seit 2015 ist er Vizepräsident der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

 
Holger Geschwindner1 & Ernest Butler2: BBall ist Jazz: Vom interdisziplinären Experimentieren lernen
1“Institute of Applied Nonsense” &
2Ludwig-Maximilians-University, Germany

“If it ain’t broke, don’t fix it” ist nicht nur ein häufig verwendeter Spruch, sondern auch die Einstellung vieler Musiker und Sportler. Daher werden kreative Strategien oft für verrückt erklärt. Solche Vorstöße werden ignoriert oder als Randerscheinungen abgetan, statt ernst genommen und angewandt zu werden. Um das Thema “training for creative excellence” zu erforschen, fand im Vorfeld ein interdisziplinärer Austausch statt. Neue Spielregeln in Sport und Musik wurden ausprobiert, um Trainingsmethoden auszuweiten. Ziel dieser Strategien ist es, das eigene Können um mehr Flexibilität und Kreativität zu bereichern.

Holger Geschwindner wurde 1945 geboren und begann als Teenager in der ersten Basketball-Bundesliga zu spielen. Er gewann mehrere Meisterschaften und führte die deutsche Nationalmannschaft als Kapitän bei den Olympischen Spielen von 1972. Während seiner aktiven Zeit studierte Mathematik und Physik, las philosophische und literarische Werke und bereiste die Welt. Er arbeitete für das Max-Planck-Institut für Psychiatrie München, baute Mühlräder in Bamberg, zog ein Schwein namens Bruno auf, rettete eine Pekannuss-Farm in Mississippi und jagte Wölfe am Berg Ararat. Geschwindner arbeitet seit 1995 mit Dirk Nowitzki zusammen. Er leitet das „Institut für angewandten Unfug“, an dem er immer noch versucht, Sport mit Musik zusammen mit Mathematik, Physik, Philosophie und Psychologie unter einen Hut zu bringen.

Ernest Butler (2) Ernest Butler, geboren 1934 in Connersville, Indiana (USA), hat schon Basketball gespielt und Jazzmusik gehört, bevor er in den Kindergarten ging. Diese beiden Bereiche sind bis heute seine Interessensschwerpunkte geblieben. Nach seinen Studien begann seine Karriere als Lehrer und Coach, die bis heute andauert: von der Grundschule bis zur Universität, von der Arbeit mit Schülern bis hin zu Profi-Basketballern. Er begann Jazz-Saxophon zu spielen, als seine aktive Basketballkarriere dem Ende näherte. Bei einem Basketball-Spiel in Gießen begegnete er Holger Geschwindner, mit dem er sich anfreundete. Zusammen entwickelten sich die beiden das Konzept „Basketball ist Jazz“.

 
Jane Ginsborg & Raluca Matei: Zwischen Selbstzufriedenheit und Kreativität – Fragen als Brückenschlag
Royal Northern College of Music, Manchester, UK

Wir tendieren zu der Auffassung, dass Kreativität eher in den darstellenden Künsten zuhause ist als irgendwo sonst. Und trotzdem trauen sich klassische Musiker kaum, starre Traditionen und mit Autorität behaftete Werte infrage zu stellen. Dabei hemmen sie eventuell den Fortschritt. Wir betrachten Kreativität und kritisches Denken selten als sich überlappende Konzepte und trotzdem bilden beide Komponenten zielgerichteten Denkens. Schließlich müssen innovative Ideen eine strenge Prüfung bestehen. Obwohl Hinweise auf verschiedene gesundheitliche Probleme bei Musikern zunehmen, passen wir Ausbildungsrichtlinien und -praktiken nur langsam und mit Widerstand dem aktuellen Forschungsstand an.

Professor Jane Ginsborg, stellvertretende wissenschaftliche Direktorin am Royal Northern College of Music in Manchester, Großbritannien, gewann den Van Lawrence Award der British Voice Association. 2013 erreichte sie für ihre Forschungsarbeiten zu Gedächtnistechniken von Sängern und schwerhörigen Musikern die Endauswahl für einen Times Higher Education Award. Ihre Veröffentlichungen zur fachgerechten Ausübung von Musik und zuletzt über Gesundheit und Wohlbefinden von Musikern sind weit verbreitet. Als leitende Herausgeberin der wissenschaftlichen Zeitschrift Music Performance Research nimmt sie auch redaktionelle Aufgaben wahr für die wissenschaftlichen Zeitschriften Musicae Scientiae, Journal of Interdisciplinary Music Studies, Psychology of Music und Performance Science (Frontiers in Psychology). Von 2012 bis 2015 war sie Präsidentin der European Society for the Cognitive Sciences of Music.

Raluca Matei befindet sich im letzten Jahr ihres Promotionsstudiums in Psychologie am Royal Northern College of Music in Manchester, Großbritannien, gefördert durch ein Stipendium des Arts and Humanities Research Council. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Gesundheitsförderung von Musikern, Erstbetreuerin ihrer Promotion ist Professor Jane Ginsborg. Sie ist ausgebildete Violinistin und hat ein Masterstudium in Gesundheitspsychologie am University College London absolviert. Für ihre interdisziplinären Projekte erhielt sie 2015 sowohl die Förderung Research Seminar Grant als auch die Auszeichnung für öffentliches Engagement von der Britischen Gesellschaft für Psychologie. Raluca Matei beschäftigt sich intensiv mit dem Ansatz des Critical Thinking und organisierte im November 2017 die erste Veranstaltung zum Thema Critical Thinking und Gesundheitserziehung in der Ausbildung von Musikern.

 

Johannes Lunde Hatfield: Kreative und natürliche Fähigkeiten beim Auftritt freisetzen: Exzellenz fördern indem man das Allerschlimmste annimmt

Fällt aus

Norwegian Academy of Music, Norway

Wie können kreative und natürliche Fähigkeiten beim Auftritt freigesetzt werden? In diesem Vortrag werden neueste Befunde zu Theorien und Strategien präsentiert, wie Künstler und Musiker bei Auftritten Spitzenleistungen erreichen, indem sie das denkbar schlechteste Ergebnis annehmen.

Johannes L. Hatfield ist einer von Norwegens führenden Experten in Absichtsvollem Üben und Leistungspsychologie, die zusammen mit selbstreguliertem Lernen auch seine Forschungsschwerpunkte darstellen. Er verfügt über fundierte Erfahrung als Musiker (Cello), Pädagoge und Wissenschaftler. Gegenwärtig arbeitet Johannes an einem Forschungsprojekt zur Entwicklung von Virtual-Reality-Anwendungen im Praxislabor für Musiker an der Musikakademie Oslo. Johannes hält verschiedene Workshops, und Vorträge für ein breites Publikum, u.a. für Pädagogen und private Auftraggeber. Außerdem arbeitet er als Berater mit einigen von Norwegens vielversprechendsten klassischen Musikern, Tänzern, Schauspielern, Athleten und Filmregisseuren von Morgen zusammen.

 
Andreas Kissenbeck: Kreativität entmystifizieren - von grundlegendem Verständnis hin zu praktischen Methoden
University of Music and Performing Arts Munich, Germany

Fragt man Musiker, wo und wie genau Kreativität in ihrer musikalischen Aktivität stattfindet, bekommt man oft ausweichende Antworten. „Ich spiele Beethoven, das erfordert natürlich Kreativität.“ „Ich improvisiere, das ist doch kreativ.“ Hier zeigt sich ein geringes Wissen über die eigene Kreativität. Kreativität kann jedoch verstanden und gefördert werden. Dass sich dies auszahlt, sieht man u.a. auch in der Wirtschaft.

Geboren 1969 in Bonn studierte Andreas Kissenbeck Mathematik, Sport und Erziehungswissenschaften an den Universitäten Berlin und Regensburg. Danach Stipendium und Studium im Fach Jazzpiano an der Hochschule für Musik Würzburg. Später Promotion in Musikwissenschaft an der Universität Würzburg. Pianist/Hammond Organist, Komponist und Arrangeur. 2002 Jazzpreis der Süddeutschen Zeitung. 2006 Next Generation Award des Jazzmagazins Jazz Thing. 2018 nominiert für den BMW Welt Jazz Award. Andreas Kissenbeck spielte auf internationaler Ebene mit namhaften Künstlern wie Malcolm Duncan, John Marshall, Benny Bailey, Bobby Shew, Jiggs Whigham, Till Brönner, Tony Lakatos, Peter Weniger u.v.m.

 
Gary McPherson: Hochwirksame kreative Lehrmethoden und Lernhaltungen
Melbourne Conservatorium of Music, University of Melbourne, Australia

In diesem Vortrag werden Studien vorgestellt, die der Referent zum Gesangs- und Instrumentalunterricht in allen Leistungsstufen durchgeführt hat. Zusätzlich wird ein Überblick über 20 Jahre Forschung zu Lehrstrategien und –ansätzen in der Pädagogik vermittelt. Der Vortrag bietet den Konferenzteilnehmern eine Vielfalt von Lehrhaltungen, die sich in einer Reihe von Lernsituationen als erfolgreich erwiesen haben. Es werden die Ansätze herausgestellt, mit denen - Forschungsergebnissen nach zu urteilen - die höchste Steigerung der Lernfähigkeit und Motivation erzielt werden.

Gary E. McPherson ist Inhaber der Ormond Professur und Direktor des Konservatoriums für Musik an der Universität Melbourne, Australien. Als äußerst produktiver Autor und Forscher hat er über 200 vielzitierte Artikel und Buchbeiträge veröffentlicht und elf Bücher als Autor und Co-Autor geschrieben. Garys Forschungstätigkeit umfasst eine Vielzahl von Themen in im Bereich der Musikpädagogik und musikalischen Leistungsfähigkeit mit Schwerpunkt auf den Wechselwirkungen von Motivation und Lehre über alle Stufen der musikalischen Kompetenzentwicklung hinweg.

 
Manfred Nusseck: Bewegungsanalysen in kreativen musikalischen Darbietungen am Beispiel der Klarinette
University of Music Freiburg, Germany

Körperbewegungen sind essentiell für musikalische Darbietungen. Sie dienen nicht nur der notwendigen Handhabung des Musikinstruments zur Klangproduktion, sondern auch der Vermittlung von expressiven und persönlichen Intentionen. Obwohl die Verwendung von Bewegungselementen beim Musizieren sehr individuell ausfällt, zeichnen sich bei Musizierenden gleicher Instrumente Gemeinsamkeiten in den Bewegungsmustern ab. In diesem Vortrag werde ich auf die theoretischen Grundlagen zu Bewegungen beim Musizieren und auf spezielle Ergebnisse bei Untersuchungen von Klarinettenspielerinnen und –spielern eingehen.

Manfred Nusseck ist akademischer Mitarbeiter am Freiburger Institut für Musikermedizin (FIM) und der Hochschule für Musik Freiburg im Freiburger Forschungs- und Lehrzentrum Musik. Er arbeitet in den Bereichen Musikphysiologie, Musikpsychologie und Musikermedizin. An der Hochschule für Musik und Theater und der Universität in Hamburg studierte er die Fächer Musik und Physik für Lehramt. Er promovierte im Bereich Neuro- und Verhaltenswissenschaften am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik (Abteilung Wahrnehmung, Kognition und Handlung) in Tübingen.

 
Paula Thomson: Bittersüße Kindheit: Der Einfluss von negativen Erfahrungen auf Kreativität und Leistung
California State University Northridge, USA

Als Künstler oder Athlet aufzutreten, kann die negativen Auswirkungen von schlimmen Erfahrungen während der Kindheit abfangen. Höchstleistungen, ebenso bekannt als „Flow“, stellen ein Potenzial für alle dar, die sich auf Aktivitäten einlassen, die Sinn stiften, Werte vermitteln und zu einem Ziel führen. Auch traumatische Kindheitserlebnisse verändern dieses Ergebnis nicht.

Paula Thomson , Doctor of Psychology, ist Professorin am Department für Kinesiologie der Universität Northridge in Kalifornien (CSUN), USA, und arbeitet als approbierte Psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis in Kalifornien. Sie ist Co-Direktorin des Labors für Psychophysiologische Leistungsforschung an der Universität Northridge und als Lehrbeauftragte am Pacifica Graduate Institut sowie am Ausbildungsinstitut Opera Works tätig. Am Department für Theater und am Graduiertenkolleg York, Kanada, ist sie emeritierte Professorin. Sie war professionelle Tänzerin und arbeitet weiterhin als Choreographin und Bewegungscoach für Tanz, Theater und Oper. Zu den Ensembles, für die sie bisher choreographisch tätig war, zählen die Canadian Opera Company, die Canadian Stage Company, das Stratford Shakespeare Festival, das Northern Lights Dance Theatre, das Jorgen Balletund On the Edge of Chaos der UCLA. Im Jahr 2013 wurde sie zu einer der besten 20 weiblichen Professoren Kaliforniens ernannt.

 

Symposiumssprache Englisch



News

18. Oktober 2018

Der Film "Basketball is Jazz” ist jetzt online

Blicken Sie mit uns noch einmal zurück und lassen Sie Ihre Erinnnerungen an Art in Motion 2018 jederzeit wieder aufleben! Klicken Sie hier, um den dreiminütigen, speziell für Art in Motion 2018 gedrehten Film über kreative Trainingsstrategien anzusehen. (Sie ...

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